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Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. | Koblenz

Hallo Facebook, mir geht’s gut!

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heise.de meldete in dieser Woche, dass Facebook eine neue Funktion bei Naturkatastrophen einsetzen wird. Die Frage „Bist Du in Sicherheit?“ werden alle Nutzer erhalten, die sich vermutlich im Katastrophengebiet aufhalten. Die „Freunde“ erhalten dann eine Mitteilung. Facebook stellt die Funktion Safetycheck auf der eigenen Internetpräsens vor.

Auf den ersten Blick eine gute Sache, aber ich sehe auch Probleme. Daher habe ich eine Pro- und Contra-Liste erstellt:

+ Pro

  • Die Funktion ist sowohl bei der Desktop- als auch bei den Smartphone-Versionen möglich.
  • Man muss nicht nach seinen „Freunden“ suchen und hat eine (schnelle / positive) Rückmeldung.
  • Es ist, vor allem für die Angehörigen, beruhigend, wenn der „Freund“ in Sicherheit ist.
  • Keine Telefongespräche und Internetsuche notwendig, um sich nach dem Verbleib von „Freunden“ zu erkundigen.
  • In der heutigen Zeit werden die „Freunde“ bei (Natur-)Katastrophen über die sozialen Medien gesucht. Dadurch ist diese einfache Funktion eine Verbesserung und Erleichterung.
  • Leute, die sich nicht in dem betroffenen Gebiet aufhalten, können die Meldung bzw. ihre Standortmeldung korrigieren.

– Contra

  • Die Funktion ist nur bei Naturkatastrophen möglich.
  • Facebook hat die Größe und das Ausmaß der Ereignisse nicht definiert bzw. nicht bekanntgegeben. Also werden offensichtlich kleine, eher lokale Naturkatastrophen, z.B. Hochwasser nach Starkregen, nicht mit dem Safetycheck abgefragt.
  • Wer entscheidet bei Facebook, dass diese Funktion eingeschaltet wird? Auf welchen Grundlagen, Informationen und Daten wird die Entscheidung gefällt?
  • Eine aufkeimende Angst, wenn sich ein „Freund“ nicht sofort meldet, der sich in dem Katastrophengebiet aufhält.
  • Nicht jeder Mensch ist bei Facebook. Beispiel: Die Oma mit 80 Jahren!
  • Kein Absetzen der Meldung möglich, wenn die Kommunikationsnetze im Katastrophengebiet ausfallen und überlastet sind.
  • Wenn keine Kommunikationsmittel zur Verfügung stehen, z.B. weil man sein Smartphone bei einer Flucht verloren hat, dann kann man keine Meldung absetzen.
  • Die Konzentration auf wichtige Schritte, z.B. das Helfen von noch in Gefahr befindlichen Personen, wird übersehen, vergessen oder ignoriert, weil man seinen „Sicherheits-Status“ mitteilen will.
  • Eine Standortüberprüfung durch Freunde ist möglich.
  • Facebook schickt keine Hilfe, wenn man sich in Gefahr befindet.
  • Es besteht die Möglichkeit nach dem Ereignis die Daten für Werbung, z.B. eine private Katastrophenschutzausrüstung, zu nutzen.
  • Die Vortäuschung von Sicherheit, weil man mit dem Safetycheck seinen Status im Katastrophengebiet mitteilen kann. Nach der Absetzung kann sich die vermeidlich sichere Situation schnell wieder ändern und man ist (erneut) in Gefahr.

Fazit

Über Facebook sind viele Menschen weltweit miteinander vernetzt. Daher sehe ich in erster Linie, auch wenn die Contra’s umfangreicher sind als die Pro-Liste, diese Funktion als sinnvoll an. Jedoch sollte man bei Facebook die Möglichkeiten erweitern. Nicht nur bei Naturkatastrophen werden sich Menschen suchen. Ich denke da beispielsweise an die Loveparade-Katastrophe.

Jedoch würde ich eine entsprechende Suchmöglichkeit lieber in den Händen des Bundes oder der Länder sehen. Die Möglichkeiten des Internetkonzerns, der auch finanzielle Aspekte im Blick hat, können ausgenutzt werden. Der Staat kann diese Gefahr durch eine entsprechende Gesetzgebung einschränken.

Zum Schluss noch ein Blick in die Geschichte. Nach dem zweiten Weltkrieg, bei dem es viele Vertriebene und Verschollene gab, fanden viele Familien wieder zusammen. Beispielsweise durch den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der noch heute besteht. Eine seiner Aufgaben: Bei Katastrophen und schwerwiegenden Unglücksfällen in Deutschland Familienangehörigen Auskunft über Vermisste zu geben. Quelle: DRK-Suchdienst.de

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Harald Laier

Autor: Harald Laier

Harald Laier, Jahrgang 1979, trat 1990 in die damals neu gegründete JF Otterberg ein. 1995 kam im Alter von 16 Jahren der Übertritt in die aktive Wehr. Der Gruppenführer kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Blogger schrieb bereits Beiträge für das FWNetz und Feuerwehr-Weblog.org. Harald bei Twitter und Facebook.

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