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Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. | Koblenz

ABC-Alarm heute

| 3 Kommentare

Symbolbild Sirene. Quelle: Feuerwehr Otterberg

Symbolbild Sirene. Quelle: Feuerwehr Otterberg

Am 28. September lief der Film „Die Wolke“ im Free-TV. Die Produktion stammt aus dem Jahr 2006. Die Vorlage, dar gleichnamige Jugendroman von Gudrun Pausewang, erschien 1987 – ein Jahr nach Tschernobyl.

Das Buch habe ich in der Mittelstufe, in den 1990ger Jahren, gelesen. Den Film habe ich schon öfters gesehen. Trotzdem fiel mir erst jetzt auf, dass es eigentlich im heutigen Deutschland keinen ABC-Alarm mehr gibt. Trotzdem wird der Begriff bzw. die Alarmierung noch verwendet. Anscheinend haben die Produzenten des Films diesen Punkt – auch aufgrund von Unkenntnis – nicht überprüft.

Mitten im Schreiben dieses Blogbeitrags ereignete sich in pfälzischen Landau ein Vorfall, der meiner Meinung nach zu der Thematik passt: Eine Sirene löste aus unbekannten Gründen aus und gab Entwarnung. Viele Bürgerinnen und Bürger riefen besorgt bei Feuerwehr und Polizei an.

Auch wenn sich die Kriegsgefahr in Europa während den letzten 25 Jahren verringert hat sind die Gefahren von größeren Unfällen und Katastrophen nicht ausgeblieben. Wie wird heute die Bevölkerung alarmiert, wenn sich ein atomarer, biologischer oder chemischer Zwischenfall ereignen sollte? Nicht zu vergessen die Naturereignisse, beispielsweise Hochwasser.

Die Sirenen sind an einigen Orten und in vielen Städten abgebaut. Eine flächendeckende Warnung ist nicht möglich. Lautsprecherdurchsagen gibt es auch nicht, wobei ich hier ein personelles und materielles Problem sehe. Schließlich haben weder Feuerwehr noch Polizei einen umfangreichen Personal- und Fahrzeugbestand, um unverzüglich die Bevölkerung auf diese Weise warnen zu können. Man erreicht nicht jeden. Vielleicht nur die Bevölkerung, die in Städten und Orten leben. Außerdem muss man noch ans Fenster laufen und evtl. öffnen, um die Durchsage verstehen zu können. Manchmal auch nicht so gut – man denke an die Durchsage: „Im Ort brennt eine Fabrik. Bitte Fenster und Türen geschlossen halten!“

Radio und Fernsehen hört und sieht man auch nicht immer. Eine entsprechende App soll es irgendwann mal geben, die bestimmt nicht jeder auf seinem Smartphone installieren wird.

Fazit

Auch wenn die Warnung der Bevölkerung derzeit nicht optimal ist, sollte man meiner Meinung nach die ganzen Möglichkeiten ausspielen. So muss man alle zur Verfügung stehenden Kommunikationswege nutzen und sich nicht nur beispielsweise auf eine App verlassen. Leider vermisse ich seit Jahren eine funktionierende Lösung. Ich befürchte, dass es erst mal wieder ordentlich „knallen muss“, damit eine ordentliche Warnung der Bevölkerung umgesetzt wird.

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Harald Laier

Autor: Harald Laier

Harald Laier, Jahrgang 1979, trat 1990 in die damals neu gegründete JF Otterberg ein. 1995 kam im Alter von 16 Jahren der Übertritt in die aktive Wehr. Der Gruppenführer kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Blogger schrieb bereits Beiträge für das FWNetz und Feuerwehr-Weblog.org. Harald bei Twitter und Facebook.

3 Kommentare

  1. Hallo,

    Ich nutze die App KatWarn, die mich im September sogar mit einem Probealarm überraschte. Es Können zwei Orte fest angegeben werden, für die gewarnt werden soll und der derzeitige Aufenthaltsort! Sollte das mobile Internet alllerdings nicht funktionieren, hilft diese App auch nicht…. Nur wenn das nicht mehr funktioniert, können dann noch Sirenen ausgelöst werden? Es läuft doch alles über das Internet…

    Es muss immer erstmal richtig schief gehen, bis etwas gemacht worden!

    • Harald Laier

      Die Smartphone-App KatWarn kenne ich bereits. Leider ist kein Landkreis oder eine größere Stadt aus Rheinland-Pfalz dabei. Vielleicht ändert sich das noch. Auf jeden Fall ein Ansatz bzw. ein Mosaik-Teil für die zukünftige Warnung der Bevölkerung.

    • Hallo Henning Rein,

      Die Sirenen werden auch bei Internetausfall funktionieren. Das ist dadurch sicher gestellt das sie durch ein eigenes Funknetz das die Feuerwehren betreiben angesteuert werden. Das größte Prolem stellen flächendeckende Stromausfälle dar. In den meisten Fällen sind die Sirenen nicht durch eine Notstromversorgung gesichert.

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