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Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. | Koblenz

Interview mit Thorsten Gerhardt (Kreuznach 112)

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Symbolbild Presse- und Medienarbeit. Bild: Eckhard Schwabe

Symbolbild Presse- und Medienarbeit. Bild: Eckhard Schwabe

Aufgrund der Reaktionen auf unserer Facebook-Seite nach dem Beitrag Ausreichend Blaulicht im SWR Fernsehen? hat sich Thorsten Gerhardt von Kreuznach 112 für ein Interview bereiterklärt:

1) Thorsten, stell Dich und Dein Unternehmen Kreuznach 112 bitte kurz vor.
Mein Name ist Thorsten Gerhardt, bin 1970 geboren in Bad Kreuznach. Verheiratet. Habe zwei Söhne, einer davon in der Jugendfeuerwehr und der andere ist in der Bambini-Feuerwehr. Meine Frau ist ehrenamtlich in einer Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach aktiv. Zu Kreuznach112: Wir sind eine Art Nachrichtenagentur für Blaulicht-News. Wir beliefern alle Medien TV-Sender in Kooperation mit Winkler TV aus Mayen, von dort aus werden unsere Berichte vermarktet. Unsere Einsatzfotos werden an alle großen Zeitungen geliefert (Allgemeine Zeitung, Rhein-Zeitung, Bild-Zeitung und sogar an DPA und viele mehr)

2) Wie bist Du zu diesem Job als TV-Reporter gekommen
Eigentlich hatte es angefangen mit einer Partybilderseite (Bachus-Kirn.de) dort hatten wir immer einige Fotostrecken drin mit größeren Einsätze der Feuerwehren. Aber irgendwann trennten wir das und starteten neu mit Kreuznach112.de. Der Erfolg unserer Seite ist so schnell nach oben geschossen, dass wir dann auch Videos drehten vor Ort von Übungen bis hin zu Einsätzen. Irgendwann lernte ich den Andreas Winkler (Winkler-TV Blaulicht-News) aus Mayen kennen und seit drei Jahren arbeiten wir da eng zusammen.

3) Warst oder bist Du noch bei einer „Blaulicht-Organisation“ aktiv?
Ja, ich war 34 Jahre in der freiwilligen Feuerwehr. Bin leider aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr aktiv. War eine sehr schöne Zeit, bin aber immer noch innerlich ein sehr aktiver Feuerwehrmann. Hauptberuflich hab ich auch noch viel mit Feuerwehren zu tun da ich als Brandschutzberater bei einer Brandschutzfirma arbeite.

4) Wie wirst Du über einen Unfall, Brand usw. informiert?
Wir haben ein riesiges Netzwerk aufgebaut. Über 14.000 Facebooknutzer, 8.000 Appnutzer, 1.000 Seitenaufrufe täglich der Homepage erhalten wir über jeden Bürger wichtige Informationen, wo etwas grad passiert ist. Natürlich rufen uns auch Feuerwehreinsatzzentralen direkt an, bei größeren Einsätze. Auch werden wir über das Team Medien des Landkreises Bad Kreuznach alarmiert, wenn diese zu einem Einsatz gerufen werden. Man muss schon sagen das klappt ganz gut, bis auf ein paar Verbandsgemeinden. Letztens war ein Dachstuhlbrand mit einem großen Schaden und man sieht noch nicht mal irgendwo ein Bericht, es kommt doch den Feuerwehren zugute für ihre Öffentlichkeitsarbeit. Ein Telefonanruf hätte ja genüge getan und ich denke der Bericht wäre in der SWR Landesschau aktuell zu sehen gewesen.

5) Wie wichtig ist Dir die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei?
Ganz wichtig ist die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen inklusive der Polizei. Da ich als ehemaliger Feuerwehrmann die Hilfskräfte in der Öffentlichkeit positiv darstellen möchte. Natürlich sehen wir hin da wieder wenn was vor Ort nicht so gut läuft und entscheiden dann was wir berichten und was nicht. Da ich ausgebildeter Zugführer bin im Bereich Brandschutz und Gefahrstoffe kennen wir uns auch an den Einsatzstellen aus und wissen wie wir uns zu verhalten haben. Wichtig ist uns die Zusammenarbeit der Einsatzleitungen, wir melden uns an sprechen mit ihnen alles ab. In der Regel klappt das bei einigen auch Super.

6) Wie groß ist Dein Gebiet, in dem Du und Deine Kollegen für Kreuznach 112 berichten?
Unser Einsatzgebiet im Bereich Fernsehreportage ist circa 80 Kilometer um Bad Kreuznach. Man muß halt bedenken wenn wir anfahren sollen, dass wir früh genug informiert werden. Oft erhalten wir zu spät die Info´s zum Beispiel aus dem Verkehrswarnfunk und können dann keine Hilfskräfte mehr aufnehmen. Unsere Fotoreporter sind im Umkreis verteilt von Kirn bis nach Simmern.

7) Es gibt, u.a. in Reihen der Feuerwehr, immer noch Vorurteile gegenüber TV-Reportern. Wo liegen Deiner Meinung nach die Ursachen? Warum sind diese Ängste aus Deiner Sicht unbegründet?
Ja, es gibt in den Reihen der Feuerwehr Vorurteile, meiner Meinung nach ist es einfach Unwissenheit „wie gehe ich mit der Presse um“. Angst das vielleicht was verkehrtes weitergeben wird an die Presse. Wir bieten dazu auch kostenlose Presseseminare dazu an, da wir ja beide Seiten kennen versuche ich das neutral abzuhalten. Wir haben ein Seminar schon bei der Feuerwehr Wittlich abgehalten, um eben ein besseres miteinander an der Einsatzstelle zu bekommen. Es ist zwar nicht unser Einsatzgebiet aber die fanden unsere Arbeit super deshalb haben wir dahin den Kontakt bekommen.

8) Wie sieht aus Deiner Sicht die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr während eines Einsatzes aus? Wie wichtig ist bei solchen Aufnahmen der sogenannte „O-Ton“?
Natürlich ist es immer eine tolle Sache wenn ein Pressesprecher der Feuerwehr oder Polizei vor Ort ist. Dann haben wir immer einen Ansprechpartner oder manche dürfen uns dann auch ein O-Ton geben. Viele Einsatzleiter tun sich da schwer, vielleicht was verkehrtes zu sagen. Wir sprechen das eigentlich vorher durch mit dem Einsatzleiter/Pressesprecher was wichtig ist für den Bürger. Gern kommen wir auch mal zu den Feuerwehren und üben das vor Ort.

9) Wenn ich beispielsweise die SWR-Nachrichten im Fernsehen sehe, dann fällt mir bei manchen Berichten auf, dass diese erst wenige Stunden zuvor passiert sind. Wie schnell sind im Schnitt Eure Aufnahmen bei den TV-Anstalten?
Ja, die Medien werden immer schneller. Aber wir können das leider nicht beeinflussen. Wir sind noch am filmen oder fotografieren, da kommt meistens schon der Anruf, wann man mit dem Material rechnen kann. Wir sind so ausgestattet das wir vor Ort auf dem Laptop das Videomaterial schneiden und es sofort hochladen können auf den Server. Auf unserer Seite www.kreuznach112.de versuchen wir eine größere Zeitspanne einzuhalten, damit ein schlimmes Ereignis nicht direkt online mit Bildern geht.

10) Berichtet Ihr nur über Einsätze oder auch über andere Ereignisse der Feuerwehr, beispielsweise Zeltlager der Jugendfeuerwehren oder Übergabe von Einsatzfahrzeugen?
Wir berichten quer Beet von der Fahrzeugübergabe, Beförderungen, Ehrungen, Gerätehauseinweihung, Bürgerinformationen in Sachen vorbeugender Brandschutz, über Zeltlager oder auch andere Themen was mit Feuerwehr zu tun hat. Auch vor zwei Jahren hatten wir im Kreisjugendzeltlager ein Workshoop angeboten Bilder und Video´s von der Veranstaltung zu erstellen, den Kindern machte es richtig Spaß.

Danke an Thorsten Gerhardt für das Interview, das Harald Laier (hla) führte.

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Harald Laier

Autor: Harald Laier

Harald Laier, Jahrgang 1979, trat 1990 in die damals neu gegründete JF Otterberg ein. 1995 kam im Alter von 16 Jahren der Übertritt in die aktive Wehr. Der Gruppenführer kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Blogger schrieb bereits Beiträge für das FWNetz und Feuerwehr-Weblog.org. Harald bei Twitter und Facebook.

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