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Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. | Koblenz

Asternweg – eine Stadt ohne Statement

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Samstag, 11. April, um 20:15 Uhr: Ich sitze in meinem Wohnzimmer vorm Fernseher und bin gespannt auf die rund vierstündige VOX-Dokumentation „Asternweg – eine Straße ohne Ausweg“. Gedreht wurde nicht in Berlin, Hamburg, München, … Drehort war Kaiserslautern, eine Stadt mit rund 100.000 Einwohnern in Rheinland-Pfalz, Deutschland. Also quasi vor meiner Haustür. Aus diesem Grund verfolgte ich die Dokumentation mit großem Interesse. In den lokalen Medien sowie in den sozialen Netzwerken hatte man viel „Werbung“ für diese Ausstrahlung gemacht.

Ein Statement der Stadt Kaiserslautern, Eigentümerin der Häuser, fehlte in diesem Beitrag. Bereits einen Tag vor der Ausstrahlung erwähnte die Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ in ihrer Lauterer Lokalausgabe diese Tatsache. Die Produktionsfirma hatte sogar einen Fragekatalog an die Stadt geschickt, der nur teilweise beantwortet wurde.

Ergebnis

Viele Bürgerinnen und Bürger, nicht nur aus Kaiserslautern, äußerten sich nach der Ausstrahlung negativ über die Stadt. So druckte die Rheinpfalz in dieser Woche viele Leserbriefe ab. Auch in den sozialen Netzwerken kritisierten viele User die Veranwortlichen der Stadt Kaiserslautern.

Ebenfalls in dieser Woche druckte die lokale Tageszeitung erste Statements von politisch Verantwortlichen der Stadt ab. So gab es in den letzten Jahren bereits Maßnahmen, um die Situation der dort lebenden Menschen zu verbessern.

Das Problem „Asternweg“ ist seit Jahren bekannt. Auch wenn die Maßnahmen der hochverschuldeten Stadt Kaiserslautern während den letzten Jahren vielleicht nur „bescheiden“ waren, so hätten sich die Verantwortlichen vor der Kamera auch dazu äußern können. Jetzt ist, zumindest aus meiner Sicht, ein medialer Schaden für eine Stadt entstanden, die sich ansonsten gerne als (hoffentlich bald wieder erstklassiger) Fußball- und (jetzt schon erstklassiger) Universitätsstandort sieht.

Dieses Beispiel zeigt aber, um den Bogen zur Feuerwehr zu spannen, einen aus „PuMa-Sicht“ wichtigen Punkt: Äußert sich ein Verantwortlicher einer Behörde nicht, so darf es in der Berichterstattung erwähnt werden. Dann fehlt einfach die „Contra-Seite“. Es gibt (leider) viele Feuerwehrchefs, Einsatzleiter usw., die sich ungern vor der Kamera bzw. gegenüber den Medien äußern.

Fazit

Einerseits hat die Feuerwehr einen guten Ruf und ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Aber durch eine schlechte Berichterstattung kann dieser Bonus kippen. Schnell ist der gute Ruf und das hohe Ansehen für längere Zeit dahin. Das sollte nicht sein. Es dauert schließlich viel Zeit, um die gute Arbeit der Feuerwehr in Rahmen der PuMa der Bevölkerung zu demonstrieren und bewusst zu machen.

Daher sollte man sich als (Feuerwehr-)Verantwortlicher zweimal überlegen, ob man ein Statement zu einer „unangenehmen“ Sache abgibt oder es verweigert. Der Schuss kann nach hinten losgehen. Siehe Kaiserslautern – eine Stadt ohne Statement.

Eure Erfahrungen, Meinungen usw. gerne als Kommentar.

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Harald Laier

Autor: Harald Laier

Harald Laier, Jahrgang 1979, trat 1990 in die damals neu gegründete JF Otterberg ein. 1995 kam im Alter von 16 Jahren der Übertritt in die aktive Wehr. Der Gruppenführer kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Blogger schrieb bereits Beiträge für das FWNetz und Feuerwehr-Weblog.org. Harald bei Twitter und Facebook.

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