+++ LFV-Blog +++

Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. | Koblenz

48 Stunden – Feuerwehr Hamburg betätigt Bremse

| Keine Kommentare

Symbolbild TastaturAls Webmaster einer Feuerwehr-Website stelle ich immer wieder fest – ein (größerer) Einsatz spiegelt sich auch bei den Zugriffszahlen wieder. Nach der Devise „man muss das Eisen schmieden, wenn es heiß ist“ versuche ich, dass entsprechende Beiträge zeitnah online sind. Unter zeitnah verstehe ich (möglichst) wenige Stunden. Aber es gibt mittlerweile auch eine andere Entwicklung.

Die Feuerwehr Hamburg ist vermutlich die bekannteste und größte Wehr, die nun die Bremse betätigt: Erst 48 Stunden nach Einsatzbeginn werden Informationen online gestellt. Als Grund wird eine Konkurrenz für die Presse genannt. Über größere Einsätze wird mit einem Teaser auf Facebook informiert.

Einwurf

Ein Einwurf von mir: Hamburg ist eine Großstadt. Viele große Verlags- und Medienhäuser haben in der Hansestadt ihren Sitz. Vermutlich stehen daher einige Medienvertreter an den Einsatzstellen in Hamburg. Daher kann ich diese Entscheidung nachvollziehen.

Aber es gibt auch viele Wehren, bei denen kein massives Medienaufgebot an der Einsatzstellen steht. Daher kann ich ähnliche Entscheidungen von Feuerwehren, die sich auf dem „platten Land“ befinden, weniger verstehen. Oft kommen die Medienvertreter erst bei größeren Einsätzen, wenn beispielsweise Gebäude brennen. Schließlich kostet die Entsendung eines Reporters auch Zeit und Geld. Geld, das manche Zeitungen heute nicht (mehr) haben. An dieser Stelle verweise ich auf meinen Blogpost Umbruch im Medienbereich – Chancen für Feuerwehren aus dem letzten Jahr.

Einsätze mit Toten

Bei Einsätzen mit Toten berichte ich ungern zeitnah und lasse lieber ein wenig Zeit verstreichen. Der Grund: Leider gab’s in der Vergangenheit schon Fälle, bei denen die Angehörigen über Facebook & Co. von einem tödlichen Verkehrsunfall oder Brand erfahren haben und dabei feststellten: Das ist meine Tochter, Sohn, Vater, Mutter, … Wer will solche Todesnachricht eines Verwandten, Freundes oder Bekannten über das Internet erfahren? Ich nicht!

Wobei es auch Einsätze gibt, bei denen es sich leider nicht ganz verhindern lässt. Ich denke da beispielsweise an Eschede in der heutigen Zeit.

Fazit

Für große Feuerwehren oder Wehren, die sich im Einzugsbereich vieler Medien befinden, mag die hanseatische Vorgehensweise richtig sein. Aber ich persönlich finde, dass es für die Presse- und Medienarbeit inkl. Nachwuchswerbung der meisten Wehren weniger Sinn macht. Es ist auch eine Sache des Fingerspitzengefühls, wann ich eine Meldung online stelle. Daher immer mit Herz und Verstand arbeiten!

Eure Erfahrungen, Meinungen usw. gerne als Kommentar.

Mit Facebook kommentieren


Diesen Artikel weiterempfehlen oder später lesen:



Landesweite Kampagne zur
Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung für die Feuerwehren

Zur Kampagnen-Website

Harald Laier

Autor: Harald Laier

Harald Laier, Jahrgang 1979, trat 1990 in die damals neu gegründete JF Otterberg ein. 1995 kam im Alter von 16 Jahren der Übertritt in die aktive Wehr. Der Gruppenführer kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Blogger schrieb bereits Beiträge für das FWNetz und Feuerwehr-Weblog.org. Harald bei Twitter und Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.