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Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. | Koblenz

Was macht ein Ehrenamtskoordinator?

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Wolfgang Dörsch

Wolfgang Dörsch

Wolfgang Dörsch ist der Ehrenamtskoordinator des LFV. Aber was macht der Ehrenamtskoordinator? Welche Aufgaben hat er? Diese und weitere Fragen beantwortet Dörsch im nachfolgenden Interview.

1) Herr Dörsch, einige Leser kennen sie aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Ausbilder an der LFKS. Stellen sie sich trotzdem kurz vor.

Mein Name ist ja schon erwähnt, ich fange gleich mit meiner Geburt am 18.10.1950 in Wuppertal an. Nach Schul-, Lehr- und Bundeswehrzeit begann meine Feuerwehrkarriere bei der beruflichen Werkfeuerwehr in der chemischen Industrie in Wuppertal. Hiernach wechselte ich zur Berufsfeuerwehr Wuppertal. Wirkte 14 Jahre im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst als Brandschützer und Rettungssanitäter. Ab 1988 ergab sich die Anstellung an der Landesfeuerwehrschule RLP in Koblenz, bei der ich 25 Jahre meinen Dienst im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst versah. Im November 2013 erwartete mich die Pensionierung vom Dienst an der LFKS RLP.

Da ich seit 1982 in RLP wohne, ergab sich auch die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr Marienhausen, in der VG Dierdorf. Auch hier lernte ich das Laufen kennen. Förderveinsvorsitzender, Wehrführer und Stv. Wehrleiter sowie Kreisausbilder und Stv. Kreisfeuerwehrinspekteur im Landkreis Neuwied waren meine Bestellungen.

Ja, ab Mai 2014 unterbreitete mir der Landesfeuerwehrverband RLP sein Interesse an mir und bot mir die Funktion als Ehrenamtskoordinator an. Wie man nun sieht, nahm ich dieses Angebot an.

2) Zur wohl brennendsten Frage: Was macht der Ehrenamtskoordinator des LFV?

Recherchiert die Gegebenheiten in den Feuerwehren unter dem Aspekt des demografischen Wandels und den Auswirkungen des sich verändernden Freizeitverhaltens der Bevölkerung. Baut darauf Vorschläge, Ratschläge und Verhaltensänderungen in Vorträgen auf. Steht den Feuerwehren sowie den Aufgabenträgern in RLP, auch zur Beratung zur Verfügung.

3) Welche Aufgaben haben sie?

Weitgefasst die Feuerwehren in Workshops „Mehr Menschen für die Feuerwehr“ zu beschulen. Auf Werbe- und Verhaltensänderungen hinzuweisen, ebenso auf neue Möglichkeiten der Daseinsdarstellung der Feuerwehr hinzuwirken.

Beratende Funktion zu übernehmen, wenn von den Feuerwehren gewünscht!

4) Sind sie der erste Ehrenamtskoordinator eines deutschen Feuerwehrverbandes?

Das ist wohl wahr – doch nur dem Namen nach. In Hessen, Niedersachsen und anderen Bundesländern ist der Mannschaftsschwund schon länger ein Problem. Mit dem LFV Hessen verbindet uns eine gewisse Zusammenarbeit, die uns die Möglichkeit gab, eine schnelle Ehrenamtskoordinationsarbeit zu beginnen.

5) Der Ehrenamtskoordinator ist quasi ein Teil der Kampagne „Deine Heimat. Deine Feuerwehr – Komm, mach mit!“. Wie sind ihre bisherigen Erfahrungen?

Bisher sind von mir mehr Werbe-, Vorstellungsvorträge als Workshops gehalten worden. Das Bett für die Ehrenamtskoordination muss erst einmal aufbereitet werden.

Doch in diesem Jahr begannen die ersten Workshops. Für mich selber und aus der Rückkopplung der Workshop-Teilnehmer, sehe ich eine gute Grundlage sowie ein tatsächliches Bedürfnis zu dieser Feuerwehrbegleitung.

6) Wie ist ihr Workshop – kurz dargestellt – aufgebaut?

  • Begrüßung
  • Eingangsvortrag
  • Bedürfnisabfrage
  • Vorstellung der Gruppenarbeitsthemen
  • Gruppenarbeiten mit anschließender Ergebnisvorstellung
  • Resümee und Verabschiedung
  • Zeitbedarf: In der Regel sieben bis acht Stunden mit Pausen.

7) An wen richtet sich dieser Workshop?

An alle Feuerwehren und deren Aufgabenträger in RLP. Der Teilnehmerkreis richtet sich nicht an Funktionen aus. Es besteht die Möglichkeit, Feuerwehrfrauen und –männer, Fördervereinsmitglieder sowie Verwaltungsmitarbeiter der Feuerwehrsachbearbeitung teilnehmen zu lassen.

8) Wer kann den Workshop, den sie durchführen, buchen? Welche Kosten entstehen?

Da es sich um ein Angebot des Landesfeuerwehrverbandes handelt, werden diese Workshops über die Kreisverbände angemeldet und organisiert. Den Kreisverbänden entstehen nur die Kosten für die Workshop-Räumlichkeiten und die Verpflegung.

Alles was mich und den zur Verfügung gestellten Materialien betrifft, übernimmt der Landesverband mit Unterstützung durch das Land RLP.

9) Mit welcher wichtigen Erkenntnis gehen die Teilnehmer von dem Workshop zurück in ihre Feuerwehren?

Hoffentlich, dass das Vorgetragene Eingang findet, eigene Erkenntnisse für die eigenen Probleme herstellt und daraus der Wille entsteht, mit einem eigenen Gremium die Probleme anzugehen und die Bearbeitung zu beginnen.

10) Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Warum haben Sie die Aufgabe des Ehrenamtskoordinators übernommen?

Ich könnte nun pathetisch antworten, das will ich nicht und entspricht nicht meiner Wesensart. In der nun über 40-jährigen Tätigkeit im Feuerwehrwesen, hat sich das Wissen um die Probleme in und um den Feuerwehren angesammelt und ein Bedürfnis bei mir hergestellt, den Feuerwehren behilflich zu sein.

Dieses Wissen hat nun durch die Ehrenamtskoordinationsarbeit ein Ventil bekommen.

Danke an Wolfgang Dörsch für das Interview, das Harald Laier (hla) führte.

Weitere Informationen zum Ehrenamtskoordinator: http://www.lfv-rlp.de/hp/ehrenamt/index.htm

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Harald Laier

Autor: Harald Laier

Harald Laier, Jahrgang 1979, trat 1990 in die damals neu gegründete JF Otterberg ein. 1995 kam im Alter von 16 Jahren der Übertritt in die aktive Wehr. Der Gruppenführer kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Blogger schrieb bereits Beiträge für das FWNetz und Feuerwehr-Weblog.org. Harald bei Twitter und Facebook.

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