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Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. | Koblenz

Gaffer mit Handy = Straftäter?

| 1 Kommentar

Symbolbild Gaffer

In der letzten Woche beschloss der Bundesrat eine Gesetzesinitiative: Gaffer können mit einer Geldstrafe oder gar Gefängnis bestraft werden, wenn sie z. B. Aufnahmen von verstorbenen Unfallopfern verbreiten. Der Bundestag wird sich demnächst mit der Vorlage beschäftigen.

Vor einigen Wochen habe ich selbst diese Sensationsgier erlebt (siehe Sensationsgier mit Sichtschutz abschirmen?) und es war bereits im letzten Jahr ein Thema im LFV-Blog (siehe Das Smartphone – Segen oder Fluch?). Daher nur einige Denkanstöße von mir zu der Gesetzesinitiative:

Ich teile die Meinung des DFV-Präsidenten Hartmut Ziebs, dass eine Gesetzesänderung allein nicht ausreicht, sondern es muss zudem eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für das Leid von Unfallopfern geben. Sei es durch Aufklärung in den Medien oder durch Thematisierung in den Schulen. Leider sind es auch die smartphoneaffinen Jugendlichen unter den Gaffern.

Momentan gibt es bereits einen Paragrafen im Strafgesetzbuch, der die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ unter Strafe stellt. Der Paragraf § 201a wurde im Jahr 2004 eingeführt. So wird mit einer Freiheitsstraße bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer u. a. „von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt eine Bildaufnahme herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt“. Tote haben momentan kein Persönlichkeitsrecht. Die vorgesehenen Ergänzungen schließen also eine vorhandene Lücke.

Auch einen Sichtschutz halte ich persönlich für angebracht, wenn es die Situation vor Ort erfordert. So muss ich an Unfallstellen auf Autobahnen oder in Innenstädten denken, die teilweise für viel Aufmerksamkeit sorgen. Nur durch diese Maßnahme kann man den Menschenauflauf auflösen und weitere Staus mit der Gefahr von Folgeunfällen vermeiden.

Musste es wirklich sein, dass gestern bei einem schweren Verkehrsunfall in Ingelheim, bei dem ein Fahrradfahrer zu Tode kam, viele von Euch nichts Besseres zu tun hatten, als mit dem Smartphone Fotos und Videos vom Unfallort zu machen? Diese Zeilen postete die Polizei Rheinland-Pfalz vor einigen Wochen auf ihrer Facebook-Seite. Ich persönlich denke, dass diese Art von Posts auch weiterhin von Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen veröffentlicht werden müssen, um die Bevölkerung wach zu rütteln.

Eure Erfahrungen, Meinungen usw. gerne als Kommentar.

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Harald Laier

Autor: Harald Laier

Harald Laier, Jahrgang 1979, trat 1990 in die damals neu gegründete JF Otterberg ein. 1995 kam im Alter von 16 Jahren der Übertritt in die aktive Wehr. Der Gruppenführer kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Der Blogger schrieb bereits Beiträge für das FWNetz und Feuerwehr-Weblog.org. Harald bei Twitter und Facebook.

Ein Kommentar

  1. Ich glaube wir sind uns einig, dass die Gaffer Bilder Menschenverachtend sind
    und die Photographen bestraft gehören.

    Andererseits halte ich es für nicht ganz einfach den Unterschied zwischen Gafferbild und wichtiger Dokumentation in ein Gesetz zu gießen.

    zum Beispiel muss die Aufnamen von Polizisten die auf Wehrlose einprügeln ( wie in letzter Zeit in der Türkei und USA ) erlaubt bleiben.

    ist dass hier

    https://en.wikipedia.org/wiki/File:TrangBang.jpg

    ein Gaffer Bild?

    zumindest wenn ich den Hintergrund nicht kennen würde, würde ich sagen…

    und es sage keiner das sowas bei uns nicht passieren kann

    http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/stuttgart-21-gegner-auf-einem-auge-blind

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